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Global Football Statsbomb Recruiting

Emerging Talent: Marktwert-Potenziale in Europas Ausbildungsligen

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Für viele Clubs außerhalb der etablierten Elite beinhaltet die Scouting-Strategie ein klares Ziel: High-Potential-Talente frühzeitig erkennen, sie im eigenen System entwickeln und schließlich gewinnbringend transferieren. Dieses Modell basiert darauf, Marktwert-Potenziale ("Value") frühzeitig zu finden – oft abseits der großen Top-Ligen.

Die Herausforderung besteht jedoch nicht nur im Erkennen von Talent, sondern in der Projektion. Bei Verpflichtungen aus Ausbildungsligen müssen Teams wissen, ob die Leistung eines Spielers auf einem höheren Niveau reproduzierbar ist. Hier ist der Kontext entscheidend. Durch die Kombination von Statsbomb Event-Daten mit Hudl Physische Daten können Scouting-Abteilungen ein ganzheitliches Profil erstellen, das technische Qualität und athletisches Potenzial vereint.

Mit der Abdeckung von über 190 Wettbewerben durch Statsbomb und physischen Hudl-Daten für mehr als 100 Ligen weltweit, können wir Talente in diesen Schwellenmärkten direkt mit den Positionsdurchschnitten der europäischen Big 5 vergleichen – jenen Ligen, die weltweit als die wettbewerbsfähigsten gelten. Dies ermöglicht es uns, Spieler zu identifizieren, die über die physische Kapazität verfügen, um mit der Elite mitzuhalten, und die somit das Potenzial besitzen, ihr Spiel durch weitere technisch-taktische Schulung eines Tages auf dieses Top-Niveau zu übertragen.

Am Beispiel der Schweizer Super League, der tschechischen First League und der kroatischen HNL präsentieren wir vier Spieler unter 24 Jahren, die laut Datenlage das Potenzial für den nächsten Karriereschritt besitzen.

Definition der physischen Metriken:

  • Laufen (Running): Zwischen 15 km/h und 20 km/h
  • High Speed Running: Zwischen 20 km/h und 25 km/h
  • Sprinting: Über 25 km/h
  • High Intensity Running: Über 20 km/h (umfasst sowohl High Speed Running als auch Sprinting)
  • Hohe Beschleunigung/Verzögerung: Ein Spitzenwert von mehr als 3 m/s²

Sergi Domínguez (Innenverteidiger, 20 Jahre)

Die datengestützte Bewertung von Innenverteidigern stellt oft eine besondere Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Flügelspielern oder Box-to-Box-Mittelfeldspielern wird von ihnen selten verlangt, über 90 Minuten massive Distanzen zurückzulegen oder wiederholte Hochintensitätssprints zu absolvieren.

Auf Top-Niveau jedoch – und insbesondere bei dominanten Mannschaften – verschieben sich die physischen Anforderungen. Von Innenverteidigern wird erwartet, dass sie große Räume verteidigen, damit das Team weit aufrücken kann, im Wissen, dass die Absicherung im Rücken alles "abräumt".

Bei Dinamo Zagreb präsentiert sich Sergi Domínguez als ein Spieler, der genau diese Rolle ausfüllen kann. Während seine Höchstgeschwindigkeit sehr konkurrenzfähig ist (67. Perzentil im Vergleich zu den Big-5-Ligen), ist seine Reaktionsfähigkeit Elite: Bei den "High Accelerations" (starken Beschleunigungen) rangiert er im 81. Perzentil. Diese Antrittsschnelligkeit ist für einen modernen Verteidiger entscheidend, um die entscheidenden ersten Meter beim Abfangen von Steilpässen oder bei der Tiefensicherung zu gewinnen.

Was den 20-Jährigen jedoch zu einem so interessanten Talent macht, ist die Kombination aus dieser physischen Basis und seiner technischen Ausbildung. Wie man es von einem Absolventen der La Masia-Akademie des FC Barcelona erwartet, ist seine Fähigkeit zur Spieleröffnung sein herausragendes Merkmal. Domínguez sichert nicht nur den Ballbesitz; er überspielt Linien sowohl durch sein Passspiel als auch durch seine Ballführung (Ball Carrying). Nur ein einziger Spieler in der ersten kroatischen Liga hat in dieser Saison mehr linienbrechende Pässe pro 90 Minuten absolviert.

Ob er den Ball aus der Abwehr nach vorne treibt oder einen Pass punktgenau durch die erste Pressinglinie des Gegners spielt – er verkörpert das Profil des modernen, spielstarken Verteidigers, das Top-Clubs suchen.

Berichten zufolge besitzt Barcelona eine Weiterverkaufsbeteiligung sowie eine Vorkaufsoption für Domínguez – ein klares Indiz für sein hohes Potenzial. Für Scouting-Abteilungen weltweit ist er definitiv ein Name, den man im Auge behalten sollte.

Aziz Abdu Kayondo (Linksverteidiger, 23 Jahre)

Beim Blick auf die tschechische First League stoßen wir auf ein weiteres spannendes physisches Profil: Aziz Abdu Kayondo. Der ugandische Nationalspieler verleiht der linken Flanke von Slovan Liberec durch seine unermüdliche Laufarbeit enorme Dynamik.

Kayondo ist ein Paradebeispiel dafür, warum physische Daten Kontext benötigen. Würde man ihn rein nach seiner Höchstgeschwindigkeit beurteilen, wäre sein Ranking im 45. Perzentil nicht besonders auffällig. Sein wahrer Wert liegt jedoch in seinem „Motor“.

Kayondo verfügt über die Elite-Fähigkeit, hochintensive Läufe wiederholt und über große Distanzen zu absolvieren. Er rangiert im 88. Perzentil sowohl für die „High Intensity Distance“ als auch für die Frequenz seiner hochintensiven Läufe pro 90 Minuten. Im Spielkontext bedeutet dies, dass er eine konstante Anspielstation ist – ein Spieler, der nicht nur einen gelegentlichen Hinterlaufen-Sprint („Overlapping Run“) macht, sondern jeden möglichen Weg geht. So zieht er die gegnerische Defensive permanent in die Breite und ist gleichzeitig in der Lage, bei Ballverlust sofort wieder seine defensive Position einzunehmen.

Diese physische Leistung ist gepaart mit messbarem Ertrag („End Product“). Kayondos „Open Play xG Assisted“ liegt bei 0,12 pro 90 Minuten (90. Perzentil), was ihn zu einem der kreativsten Verteidiger der tschechischen Liga macht. Zudem ist seine Fähigkeit, das Team tief aus der eigenen Hälfte nach vorne zu treiben, im Vergleich zur Konkurrenz herausragend. Sein „On-Ball Value“ (OBV) – ein Modell, das jede Aktion basierend auf ihrem Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit eines Torerfolgs oder Gegentors bewertet – liegt durch Dribblings und Ballvorträge („Ball Carrying“) im 98. Perzentil bei +0,14 pro 90 Minuten.

Mit 23 Jahren ist Kayondo in seiner Entwicklung schon etwas weiter fortgeschritten als die anderen Namen auf dieser Liste. Doch für Vereine, die eine sofortige, bewährte Verstärkung für die linke Seite suchen, macht ihn seine Kombination aus Ausdauer und kreativem Output zu einem Top-Kandidaten für Shortlists und weiterführendes Scouting.

Cheveyo Tsawa (Zentraler Mittelfeldspieler, 19 Jahre)

Wir richten unseren Fokus nun auf die Schweiz und auf zwei Talente der Schweizer U21-Nationalmannschaft, die derzeit ihren großen Durchbruch in der Super League erleben. Der erste ist das junge Kraftwerk im Mittelfeld des FC Zürich: Cheveyo Tsawa.

Mit gerade einmal 19 Jahren hat sich Tsawa in dieser Saison als Schlüsselfigur im Zürcher Mittelfeld etabliert und stand in 19 von 21 Super-League-Spielen der Saison 2025/26 in der Startelf. Sein technisches Fundament (Technical Floor) ist für sein Alter bereits beeindruckend: Er liegt bei den meisten Kennzahlen für zentrale Mittelfeldspieler über dem Ligaschnitt, generiert Mehrwert durch sein Passspiel, kreiert Torchancen, zieht Fouls und agiert unermüdlich im Pressing.

Vor allem aber ist es seine physische Kapazität, die darauf hindeutet, dass er – kombiniert mit weiterer technischer und taktischer Ausbildung – eines Tages auf der ganz großen Bühne spielen könnte. Tsawa ist ein besonders laufstarker Spieler, der selbst im Vergleich mit den höchsten Standards ein Profil als Elite-Athlet aufweist.

Seine „High Intensity Distance“ rangiert im 85. Perzentil im Vergleich zu zentralen Mittelfeldspielern aus den Big-5-Ligen, während die Frequenz seiner hochintensiven Läufe im 90. Perzentil liegt. Diese Kombination aus Volumen und Intensität ist für einen Teenager herausragend – zudem verfügt Tsawa noch über körperliches Entwicklungspotenzial. Mit einem „Motor“, der den Anforderungen der Premier League oder Bundesliga bereits jetzt gewachsen wäre, und einer technischen Basis, die eine solide Plattform für weiteres Coaching bietet, ist Tsawa eine ideale Gelegenheit, in ein Potenzial zu investieren, bevor sein Marktwert endgültig explodiert.

Franz-Ethan Meichtry (Flügelspieler, 20 Jahre)

Abschließend richten wir unseren Blick auf den aktuellen Tabellenführer der Schweizer Super League: den FC Thun. Erst in der vergangenen Saison aufgestiegen, hat der Verein alle Erwartungen übertroffen und liegt zum jetzigen Zeitpunkt mit sieben Punkten Vorsprung an der Spitze. Während der Erfolg auf einem soliden, erfahrenen Kollektiv basiert, ist es der 20-jährige Franz-Ethan Meichtry, der für die dynamischen Impulse sorgt.

Als Teamkollege von Tsawa in der Schweizer U21-Nationalmannschaft verfügt auch Meichtry über diese erstklassige physische Veranlagung.

Meichtry ist ein Spieler, der ständig in Bewegung ist. Seine physischen Daten und das Video-Scouting belegen dies: Er verkörpert das Profil eines Offensivspielers, der hochintensive Aktionen wiederholt und über große Distanzen absolviert. Das bedeutet, dass er beim Zustellen von Räumen in der Defensive genauso effektiv agiert wie beim Angreifen mit dem Ball.

Entscheidend ist, dass er diese Laufleistung in messbaren Ertrag (End Product) ummünzt. In dieser Saison haben nur zwei Flügelspieler oder offensive Mittelfeldspieler in der Super League einen höheren Wert an expected goals (xG) pro 90 Minuten erzielt als Meichtry – eine Torgefährlichkeit, die durch seine bisherigen sechs Saisontreffer untermauert wird.

Die Daten zeigen jedoch auch auf, in welchen Bereichen die nächsten Entwicklungsschritte liegen. Während seine Schusskarte (Shot Map) eine gute Varietät aufweist, könnte er seine Effizienz steigern, indem er sich vor dem Abschluss besser vom Gegenspieler löst. Dies würde zu weniger geblockten Schüssen und mehr Abschlüssen aus zentralen Positionen führen. Die fußballerischen Anlagen sind zweifellos vorhanden: Sieben seiner 36 Schüsse resultierten aus erfolgreichen Dribblings – ein Beleg für seine Fähigkeit, sich eigene Torchancen zu kreieren. Meichtry muss diese Qualität lediglich konsequenter abrufen, um sich zu einem Elite-Torjäger zu entwickeln, insbesondere im Hinblick auf ein höheres Spielniveau.

Der FC Thun hat seinen Vertrag im Dezember klugerweise bis 2030 verlängert – ein strategischer Schachzug, um seinen Marktwert angesichts des nahenden Sommer-Transferfensters und des zu erwartenden Interesses anderer Vereine abzusichern.

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